Spaziergang
Samstag, 6. Jänner 2001, Heilige Drei Könige. Eigenartig, so ein Feiertagsamstag. Frühes Aufstehen, von einem Geschäft ins nächste hasten, Parkplatz suchen, Stau ? Nix da, alles ruht. Man wird einfach um die Möglichkeiten eines ordentlichen Standardsamstages geprellt.
So muß ein Spaziergang nach dem Mittagessen als - wenn auch schwacher - Ersatz für den nicht konsumierten Vormittagsstress herhalten. Ich parke den Wagen unter dem nackten Geäst einer schwarz berindeten Kastanie und mache mich auf den Weg.
Vorbei an der Stiftskirche, das alte Weingut durchquerend, führt der Pfad im sanft ansteigenden Terrain aufwärts. Zeile um Zeile, Stock für Stock ruhen die Reben und sammeln Kraft für neuen Besatz. Es riecht nach Erde.
Drüben über der Mulde vor der Kapelle segeln die Krähen, auf der Suche nach letzten mageren Beeren. Am östlichen Horizont schmilzt der stahlblaue Himmel im Dunst der pannonischen Ebene. Der Weinberg rastet.
Solaung d' grodnbragga uman aachkogl schbadsian,
brauchd se da wei no ned fiachdn fuan gfrian !
(alte Guntramsdorfer Haurerregel)